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Comicrezensionen
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| GHOST WORLD von
DANIEL CLOWES (REPRODUKT,13 €uro, 80 SEITEN,
ZWEIFARBIG (SCHWARZ / GRÜN), 26x17 CM FANTAGRAPHICS BOOKS, $9.95 US, TWO COLOURS (BLACK /BLUE!) |
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| Es gibt eine Figur, die merkwürdig häufig
in der Populär Kultur zitiert wird. Die des mißvergnügten
Alten. Gerade in der „jungen“ Kunst des Comics gibt es
eine Unmenge von alten Onkeln, da sind Oberschlümpfe, weißbärtige
Druiden und graumelierte Helden. Oft verfügen sie über Machtmittel
wie Geld, Erfahrung, Zaubertränke und Wissen. Alle sind sie eine
Comicversion des alten bürgerlichen Patriarchen, den es im 20.
Jahrhundert gibt. Die kleinste, kapitalistische Produktionseinheit,
die Formation Vater-Mutter-Kind, kommt ohne ihn aus. Aus dem mächtigen
Patriarchen von damals wurde der kleine Rentner von heute. Der Rentner
auf der Parkbank, der sich über die Jugend mokiert und sämtliche
Lebewesen des Universum für Idioten hält, ausgenommen sich
selber. Was eben Machtverlust und Langeweile aus einem machen können. Clowes hat sich dieser Figur in diesem Heft angenommen. Allerdings verwandte er einen kleinen Kunstgriff. Seine mißvergnügten Alten sehen ziemlich jugendlich aus. Ghost World erzählt die Geschichte von Enid und Rebecca, zwei jungen Frauen, die ihren Highschoolabschluß in der Tasche haben und sich nun den vorgegebenen Entscheidungen fügen müssen: Lehre, Job oder totaler sozialer Abstieg. Die Erwachsenen ihrer Umgebung wirken unglücklich und apathisch oder zufrieden und debil, aber keine dieser Alternativen scheint erstrebenswert. Die Zukunft bietet nichts und die Vergangenheit kann man nur noch besitzen oder beschwören, aber nicht mehr erleben. „No Future“ ist O.K, aber was kommt statt dessen? Gibt es ein Leben nach der Jugend? Was ist, wenn man als Zwanzigjährige feststellt, daß man nichts mehr zu erwarten hat, als die läppischen 40 oder 50 Jahre Lebensrest? ![]() Die beiden Frauen sitzen in Cafés, gehen einkaufen, mokieren sich über ihre Mitmenschen (Satanisten, Kinderschänder, Antisemiten und Irre). Auswege gibt es keine. Das Fernsehprogramm schafft es irgendwie immer wieder, noch einen Tick mieser zu sein, als die Realität selber und Sex ist so prickelnd, wie Corega Tabs im Wasserglas. Enid trauert ihrer Kindheit sentimental nach, ihrem Spielzeug und den Kinderschallplatten. Rebecca sieht ihre Vergangenheit nur durch ihre scheinbar lebenslange Beziehung zu Enid. Was eben Rentner so tun. Oder späte Jugendliche. Auf die einen wartet der Tod, auf die anderen die Eliteuniversität. Und sowohl der Karrieremensch, als auch der Sensenmann: beide haben sie dieses erstarrte Grinsen im Gesicht. Sind Erwachsene etwas anderes, als Kinder die in Rente gegangen sind? Clowes war bisher mit seiner Heftreihe „Eightball“ und dem darin erschienenen Fortsetzungscomic „Wie ein samtener Handschuh in eisernen Fesseln“ als präziser, zynischer Beobachter der amerikanischen Alltagswelt in Erscheinung getreten. Seine pedantischen Zeichnungen fixierten peinliche Situationen, und der darüber gelegte lakonische Text oder die folgende absurde Wendung erlösten den Betrachter. Der Autor stellte klar: es ist eine Karikatur, eine Übertreibung. So hatte der Leser die Möglichkeit zur Distanz. „Ghost World“ stellt insofern eine neue Entwicklung dar, als die Figuren nicht mehr als Karikatur erlöst werden. Wenn Enid sich in einer Szene tränenselig ihrem Lieblingskinderlied hingibt, wird sie nicht böse lakonisch kommentiert. Man sieht nur das kratzende Geräusch der Schallplattennadel und in den nächsten Bildern wird die Handlung konsequent fortgeführt, statt eine absurde Wendung zu vollziehen. Clowes Figuren erleben nun eine Entwicklung. Sie reflektieren ihre Handlungen, statt bloß kommentiert zu werden. Statt sich unendlich über ihre Umgebung zu mokieren, wenden Enid und Rebecca sich plötzlich sich selber zu, ihrer Beziehung und ihrer eigenen Hilflosigkeit. Enid bewirbt sich an einer Eliteuniversität, was bei Rebecca eine Krise auslöst, und vor allem die Ahnung, daß es eine Existenz ohne ihre Freundin geben könnte. Sie versucht, eine Liebesbeziehung einzugehen. Objekt dieses Versuchs wird Josh, ein etwas langweiliger, verklemmter Mann, hinter dessen Schüchternheit sich, genau genommen, gar nichts verbirgt. Am Ende schafft Rebecca den Schritt ins Jenseits der Erwachsenen, Enid aber verbleibt in einer Art Zwischenwelt. Hinter sich die Schemen der Kindheit und vor sich die langen Schatten der Zukunft. Ihre gesamte Umgebung scheint in einer sentimentalen Nostalgie zu erstarren. Nur hoffnungslos dilettantisch. Das 50er Jahre Café, das sie dauernd besuchten, ist eine Kombination aus schlechtem Interieur, alberner Menükarte und einem Kellner mit Frisur. Mittelalte Männer benutzen die Kindheit nur noch als Wichsvorlage und selbst Enids eigener Versuch, sich mittels Punkfrisur ihrer Jugend mimetisch anzugleichen, scheitert schon an der ersten zynischen Bemerkung eines Passanten. In der letzten Szene des Heftes begegnet Enid an einem geisterhaften Strand einem alten Mann wieder, der ihr aus der Hand liest. Doch auch er bietet keine Aussicht, seine Eindrücke bleiben undeutlich, verschwommen. Enid verbleibt in ihrer Zwischenwelt. Vielleicht ist das der einzige, wesentliche Unterschied zwischen dem Alter und dem Ende der Jugend: Die Jungen müssen die Sense auch noch selber anlegen. |
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Thomas Ex am Mittwoch, jetzt Bunbury Buchantiquariat |
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| GHOST WORLD-THE MOVIE by TERRY ZWIGOFF
(Metro Goldwyn Meyer) GHOST WORLD: A SCREENPLAY by DANIEL CLOWES (FANTAGRAPHICS BOOKS) $16.95 US |
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What
more can I say that Thomas haven’t already? Well, nothing! Instead
I’ll inform you that they now have made a brilliant movie out
of the comic. And it’s none less than Terry Zwigoff, the man
behind the documentary „Crumb“ (and who also plays banjo
in Robert’s band „The Cheap Suit Serenaders“), who’ve
done it. He, together with Clowes himself, co-wrote a total new screenplay.
In this Enid Coleslaw (btw, an anagram for Daniel Clowes!) still is
the main character, while Rebecca now comes a bit in the background.
There’s a nameless man in the comic who Enid’n’Rebecca
do a li’l prank on, by answering his contact-ad to make a date
with in the „original“ 50ies diner „Hubba Hubba“,
and then let him down in his ih! sooo bitter loneliness. From just
having a small cameo role, appearing in only 7 panels, he’s
now “grown” to become the 2nd main character in the film.
He now even got a name, Seymour, and is played by my fave weirdo Steve
Buscemi. Here he’s this typical “nerd that collects ole´
blues, jazz’n’ragtime records on 78 rpm”-type of
guy. Just like Crumb. Or Zwigoff. Or Clowes. Such a geek that’s
so un-hip that he’s in a way cool. ![]() Exactly those qualities that Enid search for in a „real“ human, instead of just another „plastic people“. Also new in the film is that Enid goes to an art course over the summer (btw, the pictures in her sketchbook is made by Roberts daughter, ms. Sophie Crumb), having a horrible esoteric “new age” art teacher. Which makes for some really funny scenes with hilarious dialogue. Many have said how impressed they are on the incredible authentic dialogue that Clowes have been writing for this comic. Or what an extremely good observer he, as a male, is on how females do, say and think. Like if he’s been eavesdropping behind girls in buses or their dressing-cubicle in school, and then record their conversations. Well, I can absolute agree on this. But I also met many people, men’n’women, from various countries in different ages, who’ve read this comic, or seen the film, and all say how much they recognize themselves in Enid’n’Rebecca. This problems that you get, after leaving the „easy“ life of school and living by parents. And the start of the so called „real life“, with the choice between university, work or becoming a total social misfit. With other words, the end of happy days. It’s seems to be a universal problem for young people of today (the gen-x) without any career ambitions in a capitalistic society. It just makes you alienated. With the hope to meet someone as fucked-up as yourself, to get some joy out of life with, ‘til death do you part. The film has a perfect, colourful camerawork from Affonso Beato, who also filmed some of Pedro Almodovar’s movies. I would NOT say that the film is better than the comic, or vice versa. I just recommend you to check out both. Fantagraphics also released the 125 pages long screenplay, together with 16 colour pages of behind-the-scene photos plus other goodies. That’s more for you hardcore Clowes’n’Ghost World fans, who wanna have everything. I’d more recommend you to buy, borrow or steal the soundtrack to the film instead, with The Blueshammer song „Pickin´cotton Blues“, or „Devil got my woman“ from Skip James, but also the funky Bollywood-tune „Jaan Pehehaan Ho“ from the opening scene. For more information, you all should surf to the following adresse: http://www.fantagraphics.com/artist/clowes/ghostgal/ghost1.html |
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| crippa XXX | ||||||
| FROM HELL - Ein Melodrama
in sechzehn Teilen von ALAN MOORE (Autor) & EDDIE CAMPBELL (Zeichner) 592 Seiten schwarz/weiß, ca. 39 Euro SPEED Comics ( http://www.speedcomics.de ) Originalausgabe: Top Shelf Comics 1999; ca. 35 $ |
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Die rechte Gehirnhälfte Londons Als die Europäer im 20.Jahrhundert begannen, sich auf ihrem eigenen Kontinent so zu benehmen, wie sie es sonst nur auswärts taten, entwickelte sich ein Gemetzel, von dem sie sich bis heute noch nicht erholt haben. Die aufgeklärte Moderne wurde selbst zum Mythos, der die Bedeutungsinhalte lieferte, die Gewalt zur Notwendigkeit zu erklären. Das Erwachen der Vernunft gebar Ungeheuer, die sie sich nicht hätte träumen lassen. Comicautor Alan Moore („Watchmen“, „V wie Vendetta“etc.) beschäftigt sich gern mit Mythen dieser Größenordnung. In seinem Werk „From hell“ geht es um „Jack the Ripper“. Der erscheint hier als Vorbote der Grausamkeiten des 20.Jahrhunderts. Denn der Serienkiller vereint in sich zwei Geisteshaltungen, die auch die Jahrhundertverbrechen ausmachen: in Ihm verbindet sich die Wucht des irrationalen Wahns mit kaltem rationalem Kalkül. Der alte Bruderzwist zwischen rechter und linker Gehirnhälfte, Dionysischem Rausch und Apollinischer Ratio. Moore versucht am Beispiel Londons im 19.Jahrhundert aufzuzeigen, dass hier der Widerspruch einer ganzen Kultur offenbar wird. Dazu fährt er Weltliteraturzitate auf, lässt seinen Helden durch die Stadt kutschieren, um heidnische Überreste inmitten christlicher Bauten aufzuzeigen – gewissermaßen das Unbewusste der Stadt. Dem Serienkiller stellt er ein seltsames Pärchen entgegen. Das scheint den Konflikt zu parodieren: ein braver Scotland Yard-Inspektor und ein junger Hellseher, der behauptet, durch seine Gabe den Täter ermitteln zu können. Doch ist diese Verbindung von Rationalität und Irrationalität allzu harmlos, um die Katastrophe aufzuhalten. Was sie auszeichnet, sind vor allem ihr Mittelmaß und mangelnde Authentizität. Beide kennen den Täter, doch die Machtverhältnisse zwingen sie zur Untätigkeit. Diese beiden sind die einzigen, die ins 20.Jahrhundert hin überleben. ![]() Sie sind Relikte aus der Zukunft. Scheinbar als einzige versuchen sie den Täter zu finden. Während ihr Umfeld sich eher für die Bedeutung des Verbrechens interessiert. Ebenso verfährt auch Alan Moore. Er wollte offensichtlich keinen Verschwörungstheoretischen „Whodunnit“ schreiben. Anhand der Anomalie zeichnet er erste Formen gesellschaftlicher Veränderungen. Interessant in „From hell“ ist nicht, warum jemand mordet, sondern, weshalb er damit aufhört. Das ist auch die Klimax des Comicromans. „Jack“ hat sein letztes Opfer gründlich erledigt und nun endet sein „Werk“. Nun lösen sich alle Handlungsfäden wieder. „Jack“ ist im normalen Leben ein erfolgreicher Arzt. So scheint er nur ein weiterer Verwandter Dr. Jekylls zu sein. Doch Moore bietet die topografische Version eines Doppellebens. Ein ganzer Stadtteil bildet die dunkle Seite viktorianischer Prüderie. Thematisiert wird hier nicht die psychologische Notsituation zu streng erzogener Engländer, sondern die Entwicklung neuer Machtstrukturen. Viktorianische Moral fungiert hier als politisches Machtsystem. Weniger die Selbstbeherrschung und mehr die Abwesenheit des Begehrens ist das Signum neuer Herrschaft. Auch die Mächtigen in „From hell“ erscheinen seltsam willenlos und die Wollenden ohnmächtig. Ist Jack the Ripper nur die personale Verdichtung einer kulturellen Krise? Ein moderner Mythos? Moderne Mythen sind Bilder aus zweiter Hand. Sie bilden nicht menschliche Grundsituationen ab, sondern bereits bestehende kulturelle Aussagen. „From hell“ zeichnet das Bild eines fragilen politischen Gleichgewichts. Das Bild setzt sich zusammen aus vielen Paaren. „Jack“ vereint in sich den Konflikt zwischen Rationalität und Irrationalität. Ihm gegenüber steht dessen Parodie in Gestalt des Inspektors und des jungen Hellsehers. Sie vertreten Rationalität und Irrationalität in abgeschwächter, d.h. harmloser Form. Konspirierende Freimaurer und die sich verbündenden Prostituierten sind ein anderes Gegensatzpaar. Diese, die das Begehren zum Beruf gemacht haben und es offen zeigen im Erpressungsversuch, sind damit auch die machtlosesten. Das verdeckte, öffentlich nicht vorhandene Begehren der Freimaurer macht diese überaus mächtig. Sogar Queen Victoria darf ihren Befehl, ihr Verlangen nach Tötung der Prostituierten, nicht öffentlich geben. Es ist der Beginn der modernen Politik. Sie atomisiert bestehende Hierarchien. Konspiration ersetzt die offene Gewalt. „Politik als Beruf“ ist rational, ohne persönliches Werturteil und wird ebenso interesselos wie konsequent durchgeführt. War die Zurschaustellung von Lust und Ausschweifung einmal Machtdemonstration, ist sie nun ein Zeichen von Schwäche und Abhängigkeit. Der Begehrende ist nun Konsument und repräsentiert ewigen Mangel. Er wird zum typisierten Atom. Von diesem Übergang wird unter anderem in „From hell“ erzählt. „Jack“ ist ein Übergangsphänomen. Wissen und Handeln spalten sich in ihm. Sie stellen keine personale Einheit mehr her. (So bekommt er auch von der Presse den Namen „Jack the Ripper“ verpasst, sein Erkennen ist nicht Ich-gebunden, er hat „Visionen“ statt zu den Ergebnissen folgerichtigen Denkens zu gelangen, am Ende verliert er Selbstbewusstsein und tatsächlich seinen Namen und stirbt als Unbekannter im Wahnsinn). |
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| Thomas (ex - am Mittwoch, jetzt „Bunbury“ Buchantiquariat). | nach oben | |||||
| Der lachende Vampir von Suehiro Maruo erschienen 2003 bei REPRODUKT , Berlin first published 2000 by Akita Publishing CO. LTD., Tokyo |
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Sascha |
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| JTHM: DIRECTOR´S
CUT ($19.95 US / $29.95 CAN) SQUEE´S WONDERFUL BIG GIANT BOOK of UNSPEAKABLE HORRORS ($15.95 US / $20.95 CAN) by JHONEN VASQUEZ (SLAVE LABOR GRAPHICS) |
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| Crippa 777 |
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| IT´S A GOOD LIFE,
IF YOU DON´T WEAKEN A PICTURE NOVELLA by SETH ( DRAWN & QUARTERLY ) $ 12.95 U.S. / $ 16.95 CANADA / DM ca.29.90... ES GIBTS KEIN DEUTSCHE ÜBERSETZUNG...NOCH NICHT! |
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| Crippa XXX 666 |
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| Big Yum Yum Book,
the story of Oggie and the Beanstalk von Robert Crumb |
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Robert Crumb ist heute eine der meistkopierten Legenden des Comicgenres.
Als die Legende noch 19 war, entstand der erste Crumb-Comic. Der hat auf dem ersten Blick wenig gemeinsam mit Crumbs späterer sozialkritischer Pornografie. Er heißt The story of Oggie and the Beanstalk, ist strahlend bunt mit Wachsstiften ausgemalt und erzählt ein Märchen mit einer simplen Botschaft : Wer alle seine Freunde auffrißt, wird einsam. Eigentlich ist es das alte Märchen von der froschküssenden Prinzessin. Aber Crumb war schon mit 19 Realist. Sein Frosch wird nie ein Prinz. Es gibt auch keine Prinzessin, nur ein riesiges rosiges Teenagermädchen, in das sich der Frosch unsterblich verliebt. Das Mädchen hat die Gewohnheit, jeden aufzuessen, der ihr in die Quere kommt. So verliert sie alle Freunde und lebt einsam auf ihrem Paradiesplaneten. Die Story hat viele Verwicklungen in Form einer Bohnenranke und beantwortet existenzielle Fragen (Was ist der Sinn eines Froschlebens? Wie beende ich eine langweilige politische Rede?). Es gibt viele Details, die aussehen, wie kleine Tiere. Die übervollen, ornamentalen Bilder wechseln sich ab mit großzügig angelegten Flächen. Robert Crumbs Comicdebut verbindet Fantasie mit Realismus. |
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Thomas am Mittwoch |
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| HICKSVILLE- A
COMIC BOOK by DYLAN HORROCKS ( BLACK EYE BOOKS ) $ 19.95 US / $ 24.95 CANADA / DM ca.39.90 ) ES GIBT KEINE DEUTSCHE ÜBERSETZUNG...NOCH NICHT! |
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| Wir befinden uns im Jahre 1998 n. Chr. Die
Comicindustrie beherrscht die Leserwelt mit ihren Superheldencomics.
Die ganze Welt? Nein! Ein von unbeugsamen Neuseeländern bevölkertes
Dorf hört nicht auf, Widerstand zu leisten. Der Comiczeichner Dylan Horrocks erzählt von "Hicksville", einem neuseeländischen Dorf , daß nicht existiert. Dort leben kauzige Leute mit einsilbigen Namen wie Sam, Dick, Ray und, genaugenommen, existieren sie auch nicht. Was sie alle verbindet, ist die Liebe zu Comicbüchern und der Hang zur Grausamkeit gegenüber Fremden und Aussenseitern. Vom Briefträger bis zur gemütlichen Buchhändlerin sind ausnahmslos alle Bewohner des Dorfes Comicexperten und Zeichner. Sie besitzen eine riesige, unterirdische Bibliothek von Comicraritäten ("Undergroundcomix") und einmaligen, nie verkauften Projekten von berühmten Künstlern.
Horrocks erzählt die Geschichte von Dick Burger, der aus diesem
Dorf auszog, um im fernen Los Angeles ein ziemlich erfolgreicher Comiczeichner
zu werden. Doch ein dunkles Geheimnis liegt in seiner Vergangenheit.Hier wird anspruchsvoll die simple Story von Gut und Böse erzählt. Der gute, aus sich selbst schaffende Künstler, dessen (Comic)Werke eine Kartographie seines Lebens darstellen, Markierungen, in einer sich immer schneller wandelnden Welt und die böse Kulturindustrie, die den Künstler entfremdet und von seiner Herkunft abgeschnitten sein läßt. Sie verhält sich wie eine Kolonialmacht, wenn sie die Kunstwerke entwendet, auf das eigene Niveau herunterdefiniert und verkauft. Aber auch Hicksville ist eben nur ein Dorf. Auch hier herrschen Monokultur und Gruppenzwang. Hier hat man nichts besseres zu tun, als ganz weit wegzufahren. Irgendwie scheint beides verkehrt: soll "der Markt" entscheiden, welche Comics gelesen werden oder eine Jury von Dorftrotteln? Kann es nicht von Vorteil sein, nur ein kleines Publikum zu erreichen? Verfälscht eine Übersetzung den Text? Versimpelt eine universal verständliche Formensprache die Kunst? Horrocks scheint zu einem Schluß gekommen sein. Der Mainstream beglückt auf Dauer nur die wenigen Macher, aber nicht die Leser; die brotlose Kunst beglückt auf Dauer nur die wenigen Leser, aber kaum die Künstler. |
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Thomas am Mittwoch |
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| Zum selben Buch bemerkt Crippa XXX:
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A
comic ´bout the comic-industry, is that possible to do? Yes,
of course! And making it interesting with psychological depth...and
magic aswell?? Hell fxxkin´ yezzz!! Here has New Zealander with cool name Dylan Horrocks sucessfully created a masterpiece with inside views over how the american comic-industry possibly has destroyed this medium in the eyes of some artcritics. How they, since the silver/golden age of comics, have made that most people nowadays think of comix in terms of endless superheroes. Mostly for adolescent boys with acne, searching for an escape from everyday life of shitty parents, school and work. Where figures like Spiderman or Spawn become somebody they can identify with. The story follows 2 cartoonists from Hicksville, New Zealand. One is Dick Burger, now living in L.A, who since the release of his 1st graphic novel "Captain Tomorrow: Rebirth", has become the biggest megabuck-selling comicartist in the US. Now earning zillions of $´s from merchandising´n´filmrights etc. of "his" superhero. The other is his old childhood friend Sam Zabel, who trys to make a living out of his "Moxie & Toxie"-strip in "Laffs", a weekly humour magazine. But
most he likes to draw his own autobiograpic mini-comic "Pickle",
with a circulation of 23 copies or so.When Dick is to be admitted
to the "Comic Book Hall of Fame", he wants Sam to give a
speech over his early years back in Hicksville. Then Leonard Batts,
an american jounalist/critic for "Comics World"-magazine,
also comes to Hicksville to write an article over Burger´s background.
There he finds out just mentioning "Dick Burger", makes
people stop talking with him and turn angry instead. But Hicksville
is NOT like other villages. No, there you find Mrs. Hicks "Bookshop
& Lending Library"! A comic-bibliothek just like "bei
Renate", but with thousands of all sorts of comix. Some so rare
that you have to be a millionaire to buy it. Or even obscure stuff
like "Khalka Komiks" from Mongolia, Emil Kópen´s
"Valja Domena" in Cornucopt languge. And all you have to
do is write down your name and which comix you borrow in a book on
the counter. -"Self-service of course, that way we never have
to close!"as Mrs. Hicks so nicely put it. The day of the year
in Hicksville is the annual "Hogan´s Alley Party".
There people dress up as comic-figures like captain Haddock or Captain
Marvel. And then arguing who was the greater artist of Edgar P.Jacobs
( Blake & Mortimer ) or Sergio Aragones ( Groo the Wanderer ).
So as you understand, Hicksville is a village where people don´t think ´bout comix as something you grow away from when you get older. Or something that´s dead in this internet-surfing, playstation and video-age we´re living in today. But the most magical thing in Hicksville is Kupe´s lighthouse, where...No, i´m not gonna tell you this wonderful secret here. Just so much as...can you imagine that Pablo Picasso made a comic together with Frederico Garcia Lorca called "The Dream and Lie of Franco"!? Or did you ever read Harvey Kurtzman´s "History of War"? Or Wally Wood´s "Kingdom of Sorcery"? Definitely not, and here we come to the very sad but true reality of the history of comix. Of how the industry demand talented artists to draw floods of junk, instead of creating their Magnum Opus. Fxxk the comic-industry! Support the small´n´independant publishers!! Don´t waste your time reading Spawn and do check out this one instead. Food for brains, ya´know! |
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| Crippa XXX |
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| STIGMATA von
LORENZO MATTOTTI / CLAUDIO PIERSANTI |
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The
latest from Mattotti, mostly famous for his colourful paintings in
"Fire" and "Labyrinth", where he uses pastell-crayons
to create expressionistic masterpieces. "Stigmata" is in
black´n´white drawings, but still with his typically strong
artistic qualities. And his choice for using black ink instead of
colours fits the story perfect. As often by Mattotti, the story has
religious undertones. This time, like the title says, it´s ´bout
a man, a drinker, who wakes up one day after delirious dreams, with
open wounds in his hands and blood all over the sheets. The doctors
have no scientific explanation to his sudden stigmata. People in his
surrounding start treating him with fear´n´repulsion that
he´s a "freak", but also with some kind of curiosity
that he might be a "holy" man. They put pictures of the
holy Mary etc. outside his door and gossips out on the courtyard.
When all he wants is to be left alone to drink, sometimes fxxk and
just continue his work in a bar. ´Til one day after his boss
calls him "sick" and that he "disgusts the customers",
he has enough and blows his cool. He beats his boss unconscious and
demolates the bar to pieces. In a drunken state he burns down the
house where he lives and ends up sleeping in a underground station
together with other streetbums. This night some neo-nazis come to
"clean up" and pour petrol over a marrock and light a match,
and the smell of burnt flesh spreads. It´s also this night that
he understand he has to leave this sick city if he wanna survive.
2nd chapter, said´n´done. He starts his search
for a uncle, who are supposed to work in a fair that moves from place
to place. He doesn´t find him, ´cuz he´s in jail since
3 months. Instead he finds Lorena, who works in the fairground. There
also he gets work, as a cleaner. Lorena discovers the stigmata-wounds,
and her mother see an oppurtunity to make money. They fix a empty,
old waggon into his own, where people can come inside and get "healed"
from their diseases, when paying 100.000 lire´s for it. His life
turns for the better everyday, and he also marries Lorena. Of course
this happiness don´t last forever! The Devil himself, in form
of his ex-boss from the past, comes to pay him a visit. And he pays
by cutting´n´hitting him. But even worse, by raping Lorena
and breaking her arm. 3rd chapter, and now the real hell
begins for our mainman. The pain in Lorena is not the physical one.
No, her wounds sits deep in her soul. She becomes superstitious and
believe that she´s possessed and persecuted by other peoples
evil and her own sins. She sinks into heavy depression...and she drowns.
I stop here before I reveal too much. Just one last thing! If you
all think that this sounds like a depressive story with only death´n´misery,
you´re wrong. ´Cuz in the 4th and last chapter
there is full of humanity´n´hope, with a happy end even.
Read this one and all other comix from Mattotti. You wont regret it,
I swear. ´Cuz no-one can make comix as goddamn poetic as Mattotti
do. You fxxkin´bet! |
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| Crippa 666 | ||||||
| JAR of FOOLS ÐA PICTURE
NOVEL by JASON LUTES ( BLACK EYE BOOKS) $13.95 US / $18.95 CANADA NARREN von JASON LUTES ( CARLSEN VERLAG ) DM 29.90 |
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This
is a helluva good comic that really shows the potential which this
medium can have. And this simply because the main characters are NOT
shown like the usual one-dimensional stereotypes that you so often
find in mainstream comix. Here they´re portraited so three-dimensional,
with all their good´n´bad sides ( which we all Homo Sapiens
DO have!), that you in the end feel like you know em in flesh´n´blood.
I recognize myself and others in what some of the different characters
do and say, thanks to a brilliant down to earth honest dialogue and
a superb drawingstyle which captures all their personalities and varied
expressions. And the main characters are as follows: Ernie Weiss,a magician on the skids downhill since the suicidal(?) death of his "Houdini"-brother Howard and a broken relation to... Esther O´Dea, a cafe´cashier who are stuck in a loveless new relationship and her routine work with it´s everyday contact with "big city assholes"to whom she has to smile and "can-i-help-you-?" to. Al Flosso-the Magnificent! Once Ernie´s mentor,but now,since senility comes creeping day by day,"prisoned" in a nursing-home for old people. ![]() Nathan Lender,a "old school con-man" who deceives people with li´l stories and other tricks to get the bread on the table for himself and his daughter... Claire,around 12 years old,who wonders why her mom left Žm. She´s without school-education, but got the wisdom from the streets! As Ernie sinks more in the bottle and bankruptcy after lost gigs, a last desperate chance comes in the shape of Al Flosso. Al has escaped from the nursing-home, ´cuz he´s sick´n´tired of being treated as a child and wants a life of dignity. To drink a cuppa real coffee whenever the fxxk he wants to! Ernie sets his hope that his old mentor can bring him on his feet again , and offers Al to stay in his flat.Also Esther feels trapped in her monotonous life and wants to break free. The man who makes the wheels rolling, becomes Nathan without even knowing it. While "working" he comes to the cafe´where Esther works, and does one of his usual "changing money"-tricks on her. As Esther,after having a typical "shitty day at the work", understands that she´s been fooled over a few bucks, she furiously trys to run after him. But too late! A man who passes by drops a stupid remark, which leads to Esther knocking him down´n´out. She gets a lawsuit against her, quits her work, cuts her hair and starts searching for Ernie...and herself.. Meanwhile Nathan has, by chance ,helped Ernie to save Al from the nursinghome´s guards who wants to take him back again.. In return, Ernie has promised to learn Claire some magic tricks, which can be better for her to come through life than small time crime. After a while all main characters meet under the highway-bridge where Nathan and Claire have their home. And then they...ahhh, I could continue telling what happens, but I don´t wanna destroy your reading-pleasure by revealing too much. I just say so much that it ends both good and bad, just as life itself. This comic is really about life! How we all try to find our place in this society. All along with a dialogue that ooze of philosophical thinking, without ever becoming boring or kwazi-intellectual. Jason Lutes has made one of the few masterpieces in comix here, that i´ll think would be a perfect film for the Oscar´s. There´s also, since last year, a german translation under the name "Narren". But the translator Christian Schuldt has not sucessfully got the character´s different ways of using language, or some of the word-plays over to the german version. So, if you know english, i´ll recommend it in original. Buy or die? Read and cry! |
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| Crippa XXX |
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| Eckart Sackmann:
Die deutschsprachige Comic-Fachpresse |
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| Dieses Fachbuch erzählt von den ungezählten begeisterten Leuten, die ihre Leidenschaft, das Comiclesen, auch mit anderen teilen wollten und dafür auch viele Mühen auf sich nahmen. Sie gründeten Periodika mit klangvollen Namen, arbeiteten sich durch Berge von Papier, überraschten und enttäuschten sich, fusionierten und resignierten, fingen wieder an. Der umfangreiche Band berichtet ausführlich von den Anfängen und Entwicklungen der Deutschen Comicfachpresse, mit Anmerkungsapparat und Literaturverzeichnis ist es ein gutes Nachschlagewerk. Natürlich wollen die Comicleser Comics lesen, aber nicht nur für Bibliotheken und Institute ist es unverzichtbar, sondern zeigt, daß sich schon seit geraumer Zeit interessierte Leute für ihre Sache einsetzen und weder Kosten noch Mühen scheuen, anderen davon zu berichten. Das alles ist lesbar und übersichtlich zusammengesammelt und aufbereitet. Respekt! | ![]() |
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| gelesen von Auge | ![]() |
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| Naomi Fearn: Zuckerfisch ehapa verlag, DM 12,80 |
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| Ein einfach-so-Comic aus dem Alltag einer jungen Frau. Sie studiert, ist verliebt, manches ist schon ein wenig sonderbar, so zum Beipiel, daß sie immer wenn sie etwas Dummes tut, sich in einen Fisch verwandelt. Aus berufenem (Mädchen-) Munde weiß ich, daß dies kein abwegiger Gedanke ist und auch die einzelnen Stories sind angenehm vertraut. Die Seiten sind einzelne Geschichten, die durchaus einen Zusammenhang haben, aber keine direkte Story ergeben, eher so, wie man Leute ab und an trifft und dadurch erst fragmentarisch, mit der Zeit aber immer besser, kennenlernt (vielleicht geht es der Autorin ja genauso). Ihre Seiten sind angenehm ungestylt, so scheinbar einfach wie die Stories kommen auch die Bilder daher. Ein Buch, das nicht die Welt umkrempelt, aber mit entzückenden T-Shirt-Aufschriften bei allen Beteiligten. | ![]() |
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| gelesen von auge |
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| Andreas Dierßen:
Kunz Paul Grist: Kane (mittlerweile 3 Bände) beide Carlsen Verlag; je DM 29,90 |
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Kunz ist ein schlechtgelaunter Privatdetektiv
mit grauen Haaren und Magengeschwür. Er lebt in einer großen
Stadt und wird von schlimmen Geschichten geradezu heimgesucht. Ständig
versucht ein übellauniger Ex-Kollege, ihm noch einen Tritt mehr
zu verpassen, als es der Alltag ohnehin tut. Die alptraumhaften Konstellationen
sind sauber komprimiert, das heißt, von allen überflüssigen
Nebenhandlungen befreit. Was in dem japanischen Wochenmagazin sicher
spannend und reizvoll war, ist aber in einem intellektuell anmutendem
Schwarz-Weiß-Buch eher ein Handicap. Die Stories wirken kalt
und abgezirkelt, schließlich muß nach 36 großbebilderten
Seiten alles aufgeklärt sein. (Und die Japaner lesen schnell)
So ist es nun ein Buch voller Holzschnittcharaktere mit Betonfrisuren,
die abgedroschene Phrasen in kleinen Buchstaben von sich geben. Leider
erschienen diese Geschichten bei uns nicht in einer Zeitschrift unter
vielem anderen. So wirkt alles wie eine Genre-Fingerübung von
Ästheten und nicht wie beunruhigende, harte Krimis. Schade.![]() Paul Grist hat seinem Polizisten Kane und seinen Kollegen und Kolleginnen und den anderen Nebenfiguren da draußen viel mehr Raum gegeben, und das bekommt ihnen gut. Genauso liebevoll, wie sie gezeichnet wurden, haben sie auch ein persönliches Schicksal bekommen. Dem normalen Wirrwar einer Polizeistation steht der "Bulle" Kane, ein schlanker junger Mann, der durchaus als Darsteller eines romantischen Dichters durchgehen könnte, gegenüber. Ein unüberschaubares Geflecht von Schicksalen zieht vorbei, der Held verheddert sich darin und hat alle Mühe, dabei halbwegs anständig zu bleiben. Meine Lieblingsfigur ist der nuschelnde Gangsterboß, ein Gemütsmensch mit unzähligen Narben im Gesicht, die von einer Tracht Prügel herrühren, die ihm damals seine Mutter verabreichte, mit einem Rosenstrauß. Diese detailreichen Figuren sind in sorgfältig "geschriebenen" Bildern dargestellt, fein und doch mit massiven Schwarz-und-Weiß-Flächen. So wird auch das Blättern schon zu einem Genuß. |
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| gelesen von Auge |
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| Marc Reiser: Vives
les femmes! Edition Olms Zürich, 1988 |
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Madame
et Monsieur haben die Schnauze voll1981 widmete sich der französische Karikaturist Jean-Marc Reiser dem Thema des Geschlechterkampfes. Reiser erzählt von Leuten, die das Glück suchen und am Ende nur einen "Lebenspartner" finden. Genau genommen sind es die 30-40 jährigen Mitglieder der französischen Mittelklasse, die in seinen bösen kurzen Geschichten agieren. Sie befinden sich in einer fatalen Situation : zehn Jahre nach der ersten Verliebtheit ist das erste Kind da und die erste Liebe weg. Man sitzt gemeinsam rum und wartet auf den Tod oder auf den Feierabend. Aber Reiser ist kein Klugscheißer. Seine Geschichten gehen oft über die Pointe hinaus. Er bietet weder Antworten noch "bittere Wahrheiten". Stattdessen beläßt er es oft bei der bloßen Konfrontation unversöhnlicher Lebenshaltungen. Die "alten" Ehepaare Reisers bleiben nicht aus Gewohnheit zusammen, sondern aus Gemeinheit. Der Zeichenstil ist ausgesprochen geizig. Reiser zeichnet nur, was unbedingt nötig ist, die Figuren unterscheiden sich kaum voneinander. Vielmehr verdichten sie sich zu den beiden Prototypen ihres Geschlechtes Männer mit großen Nasen und kleinem Verstand, Frauen spitznasig bis verzweifelt. Derart gestaltet, müssen sie ihr Leben fristen. Und weil das so schwierig ist, gibt es auch immer was zu lachen. Vives les femmes! ist wunderbar menschheitsverachtend und jedem zu empfehlen, der sich für Frauen oder Männer interessiert. |
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| Thomas am Mittwoch | nach oben | |||||
| Lewis Trondheim: Monströser
Truthahn Carlsen Verlag |
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| Woody Allen für Kinder: Seit einiger Zeit schon produziert der französische Comiczeichner Lewis Trondheim in schöner Regelmäßigkeit Sprechblasenkomödien über halbintellektuelle Haustiere und ihre Großstadtneurosen. Wie der berühmte New Yorker Filmemacher parodiert auch er virtuos etliche Genres seines Mediums. Nun hat er begonnen, Kinderbücher zu zeichnen. Doch handelt es sich hier nicht um eine Parodie, sondern um einen ziemlich ernstgemeinten Versuch. Er schildert die Urlaubsfahrt einer Familie aufs Land. Wie jeder echte Stadtneurotiker haßt der Familienvater das Land ebensosehr wie das Verreisen - er malt sich alle möglichen Unannehmlichkeiten und Gefahren aus - und es kommt noch schlimmer. Trondheim hat die Umrandungen der Panels weggelassen, alle Figuren mit kindlichen Rundungen ausgestattet, die Hintergründe einfach und plastisch gestaltet, komplizierte Perspektivwechsel vermieden und Bild für Bild mit einem Text unterlegt, der die Geschichte aus Sicht der Kinder erzählt. Die sanfte Ironie der Erzählung macht ihre Qualität aus. Trondheim klärt nicht auf, er führt nicht in die soziale Rolle ein - im Gegenteil scheint er der Realität, der die Kinder entgegenwachsen, gründlich zu mißtrauen. Die Familie erlebt auf dem Land gruselige Abenteuer, die sich hinterher als Komplott von Wissenschaft und Wahnsinn aufklären. Doch scheint die Familie auch nicht gerade der Hort der Normalität zu sein. Schließlich schleppt sie von Anfang bis Ende ihr eigenes Monster mit sich herum. Das trägt den Namen Hans-Jürgen und ist um einiges freundlicher, als z. B. der Familienvater. Ohne Monster geht es also nicht. Wie in seinen Erwachsenencomics betrachtet Trondheim auch hier die Welt mit Skepsis. Ein vorlesenswerter Kinderbuchcomic. |
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| Thomas am Mittwoch |
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| Bryan Talbot: Die Geschichte von einer bösen Ratte | ||||||
| Comicplus+; DM 39,90 | ||||||
Ein
junges Mädchen ist von zu Hause weggelaufen und bettelt in der
U-Bahn, begleitet von ihrer Ratte. Sie trifft junge Leute, die sie
vor einem Betrunkenen beschützen und sie in ihr besetztes Haus
aufnehmen. Doch trotz aller Toleranz und Fürsorge ist sie nicht
in der Lage, die Erinnerung an den Mißbrauch durch ihren Vater
aus ihrem Gedächtnis zu verbannen. Sie reißt immer weiter
aus und findet schließlich auf dem Lande einen Platz, wo sie
aufgenommen wird. Dort gewinnt sie auch die Kraft, sich ihrem Vater
zu stellen.Dieses Buch ist nicht so düster wie die Anklagen eines Andrew Vachss, sondern eher in Kinderbuchfarben, aber nicht kindlich erzählt. Bryan Talbot wollte eigentlich einen Comic über den Lake District, eine der schönsten Gegenden Englands machen. Bei der Arbeit daran ließ er ein junges Mädchen auf ihrer Flucht durch diese Gegend kommen. Aus der lapidaren Begründung "weil sie von ihrem Vater mißbraucht worden war", wie es in seinen Notizen hieß, wurde im Laufe der Arbeit ein Buch, das seine Kraft und Authenzität aus den sorgfältigen Recherchen und Gesprächen des Autors mit Opfern und Psychologen zieht. Ein wichtiges Buch, das im Anhang Telefonnummern von Kinderschutzbund und anderen Hilfs und Informationstellen auflistet und so den Schritt vom Geschichtenerzählen zur Hilfe macht. |
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| gelesen von Auge |
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| Joe Matt: The Poor Bastard Drawn & Quarterly, $ 12,95 |
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Was
treibt diesen Mann nur, sich in seinen Comics als von Komplexen beladenen,
peinlichen Heini darzustellen?Die Stories in dem Band "The Poor Bastard" erschienen in der Comicserie "Peepshow", was ein sehr zutreffender Titel ist, Schließlich sehen wir aus nahezu aufdringlicher Nähe zu, wie sich der Held, der "Ich", durch sein Leben schlägt. Besessen von lieben, exotischen mädchenhaften Frauen, benimmt er sich plump aufdringlich, landet meistens nicht bei ihnen und heult sich bei seinen Freunden aus und schaut sich dann abends Pornos an. In Gesprächen mit Exfreundinnen stellt er klar, daß er in seinen Geschichten so ehrlich wie nur möglich sein möchte. Deshalb verschweigt er uns nicht die finsteren und peinlichen Momente auf seinem Weg zwischen Frauen, seiner Comiczeichnerei und deren Figuren. Sehr deutlich wird das, wenn er einen Fan wiedertrifft, der schon in vorigen Kapiteln aus seiner Verehrung für Joe Matt und seine Comics kein Hehl gemacht hat und dieser ihn zur Rede stellt, warum er in den Comics nur als dümmlicher Fanboy dargestellt wird. Diese Geschichten sind jedenfalls eine sehr konsequente Form von autobiographischen Comics, die ganze Zeit dachte ich: das kann man doch nicht erzählen, aber ich habe alles mit einem Mal bis zum Ende durchgelesen. |
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| gelesen von Auge |
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| Katsuhiro Otomo: Akira
Carlsen Verlag (DM 29,90) |
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Schon
vor ca. zehn jahren kam eine zwanzigbändige Ausgabe in Farbe
zum Gesamtpreis von über 500,- DM heraus; da ist die jetztige
Schwarz-Weiß-Ausgabe in drei Bänden für weniger als
100,- ein echtes Schnäppchen. Und was noch besser ist: endlich
habe ich verstanden, worum es bei den Motorradjagten, Explosionen
und "wissenschaftlichen" Experimenten eigentlich geht: um
eine riesengroße Geheimdienstschweinerei!Aber der Reihe nach: In den über 300 Seiten pro Band kann sich ein Teil der verzweigten parallelen Handlung (sollte eher Hastung heißen) umfassend entwickeln, das dicke Buch mit rauhem Papier liegt schwer in der Hand und erweckt nicht den Eindruck, irgendwelche Kunst für Schöngeister zu enthalten, ES GEHT UM ACTION. Es wird wie wir es von einem Manga erwarten, gerast, viel geschrien und andauernd explodiert irgendetwas. Die mißratenen Jugendlichen aus der Gewerbeschule für Schwererziehbare sind frech und haben keine Angst und sind dadurch cleverer als die Revoluzzer und auch als die Geheimarmee der Geheimunternehmungen. Was diesen Vorzeigemanga so spannend macht, ist die realistische Zeichnung von Jugendlichen, die mit all ihren Vorzügen und Schwächen durch diesen Fleischwolf der Ereignise gedreht werden. Ein Buch, das seine Leser atemlos zurückläßt. |
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| gelesen von Auge |
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| Isabel Kreitz: Schlechte
Laune! Zwerchfell Verlag (DM 19,80) |
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Die
Hamburger Comiczeichnerin Isabel Kreitz veröffentlichte 1994
den Comic "Scvhlechte Laune" und ein Jahr später die
Fortsetzung "Ralf lebt!". Jetzt kamen beide Geschichten
als Doppelalbum im Zwerchfell Verlag heraus.Kreitz greift in ihren Comics immer wieder gesellschaftlich relevante Themen auf. Mal geht es um Waffenhandel, Neonazismus oder um Probleme Jugendlicher. Dazwischen erschien eine Romanadaption "Die Erfindung der "Currywurst", ihr bisher schönstes Buch. In ihren selbstverfassten Comics verfällt sie allerdings immer wieder in die selben Fehler.Sie scheint Detailtreue mit Realismus zu verwechseln. Ihre Protagonisten sind realistisch angelegt, ihre Zeichnungen enthalten eine Füle wiedererkennbarer Details, aber sie fügen sich nicht zu einer einigermaßen glaubwürdigen Story zusammen. Denn Isabel Kreitz arbeitet thematisch. Aus einem Thema konstruiert sie eine wackelige Geschichte,statt die Handlung aus den Charakteren oder Situationen zu entwickeln. So bleiben die Figuren blaß, die Handlung konstruiert und der Comic wirkt wie eine gezeichnete Seifenoper, nur besser in Szene gesetzt. |
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| So auch in "Schlechte Laune".
Ein jugendlicher S-Bahn-Surfer verunglückt und verbirgt sich
aus Scham im Untergund der Hamburger Kanalisation, da sein Gesicht
beim Unfall zerstört wurde. "Das Leben" geht auch so
"weiter". Kreitz beschreibt das Dasein "unten"
und "oben", bis es zum dramatischen Konflikt kommt. Doch die schablonenhaften Figuren erwecken weder Symphatie noch Schadenfreude. Die Dialoge erinern an GZSZ-Niveau. Die "coolen"Jugendlichen beginen Sätze mit: "Aber aber mein Bester". Auf Anschuldigungen antworten sie affektiert: "Brlliant, Holmes!". Daß einige von ihnen beim S-Bahn-Surfen gegen einen Pfeiler gerast sind, entschuldigt nicht die Sprechblablasen. Die Geschichte ist mehr gekont als wirklich gut gezeichnet und, im zweiten Teil sogar rasat und spanend erzählt. Der durchdachte Schwarz-Weiß-Rhythmus, abwechslungsreiche Perspektiven und die bewegten Figuren machen das Lesen angenehm fürs Auge, aber es fehlen überraschende grafische Ideen, schön komponierte Panels. Wer Comics mit gesellschaftskritischenThemen lesen möchte, sollte lieber auf die Arbeiten von Julie Doucet, Debbie Drechsler, Daniel Clowes, Baru, Fil und anderen zurückgreifen. Thomas am Mittwoch |
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| Morris/Nordmann: Lucky
Luke 74 Der Prophet ehapa Verlag |
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Wenn
es einen preis für den langweiligsten Comichelden gäbe,
einer hätte ihn verdient: Lucky Luke, der Mann ohne Eigenschaften
mit Pferd und Pistole. Der tugendhafte Cowboy in den Grundfarben Rot
Gelb Blau hat im Band 65 (dem besten Comic-Rentenalter) das Rauchen
aufgegeben. Sein einziges Laster. Was bleibt da noch? Daß er
"schneller zieht als sein Schatten"? Naja. Nicht die neueste
Nummer. Kein Wunder, daß er bisher in keiner Story zu einer
Party eingeladen wurde.Wieso gibt es dann 74 Bände "Lucky Luke"? Weil es Nebenfiguren gibt. Ein doofer Hund, ein sprechendes Pferd, vier Orgelpfeifenbanditen, ein Greenhorn, Calamity Jane, Billy The Kid. Jesse James, Daisy Town, Ma Dalton - eben Leute mit Charakter. Sie tragen die Handlung, sorgen für Konflikte und Gags, von Band 1 bis 74. Das scheint die Grundideen dieser Comicserie zu sein: setze eine völlig uninteressante Figur auf die Titelseite und mache alle anderen zu Handlungsträgern. Lucky Luke ist der personifizierte Zwischentitel. Er erfüllt die Funktion der "währendessens", "inzwischens" und "daraufhins". Von ihm sind keine witzigen Bonmots zu erwarten. Er beschränkt sich auf etwas umständliche, brave Aussprüche wie: "Yep". Luke schleppt bzw. jagt die Handlungsträger durch die Comicseiten, damit die Geschichte weitergeht. |
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| Nun also Band 74: neueste Nebenfigur: Der
Prophet Häftling "Mooney", gefangen in religiösem Wahn und Knast, verhilft den Daltons ungewollt zum Ausbruch und landet mit ihnen in einer pietistischen Kleinstadt voller braver, bibeltreuer Bürger. Was sie da anstellen und wer sie da rausholt, kann man sich vorstellen. Morris und (diesmal) Patrick Nordmann karikieren ein bißchen die Helden der amerikanischen Pioniergeschichte: Sektierer aus dem alten Europa: ein bißchen irre, ein bißchen pragmatisch. Doch die meisten Gags sind vorhersehbar, die Geschichte schleppt sich von einer naheliegenden Wendung zur nächsten durch die Comicprärie. Vielleicht ist es besser, man kramt wieder die alten Bände raus, die Goscinny noch schrieb, als der Cowboy noch qualmte und die Nebenfiguren noch so richtig fluchen, schießen, betrügen und saufen konnten. Als man dem Vorbildcowboy nicht auch noch tugendhafte Christen gegenüberstellte. |
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| Thomas am Mittwoch | ||||||
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| Max: Der lange Traum
des Herrn T. Reprodukt (DM 29,90) |
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| "Herr Christobal T., 40 Jahre alt, verheiratet,
kaufmännischer Angestellter", wird unversehens in einen
Strudel von Träumen gerissen. Alle seine Mitspieler wissen mehr
als er selber; jeder will ihm helfen (angeblich), aber verwirrt ihn
damit umso mehr. Ein uralter weiser Chinese, eine junge hübsche
Frau und ein wilder Mann mit lauter Stimme und riesigem Bart sind
die Figuren, die alle mehr verstehen als unser ratloser Herr T., schließlich
verquicken sich deren Träume ineinander bis hin zum Finale
Der spanische Zeichner Max, in den Achzigern bekannt geworden mit der respektlosen Peter-Pan-Parodie "Peter Punk"hat hier eine psychologische "Kopfreise" in wechselnden Schwarz-Weiß-Stilen unternommen. In diesem Wechselbad der Unsicherheiten geht es nicht nur um das "Warum" und "Wohin" sondern auch um das "Woher" und "Wieso". Das Ganze ist ein handliches Buch geworden, mit ein wenig vergilbtem Papier, an einem Abend durchzulesen. Dafür sollte man sich einen ruhigen Abend gönnen, denn dies ist kein Abenteuercomic, auch wenn ich hinterher entspannt und aufgeregt zugleichen Teilen war. |
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| gelesen von Auge | ![]() |
nach oben | ||||
| Dan Abnett, Simon B. Davis, Greg Staples: Sinister Dexter III: London | ||||||
| Egmont Fleetway (DM 9.95) | ||||||
| Sie sind zwei Gunsharks, Auftragskiller also,
und leben in naher Zukunft in einer großen Stadt namens Downlode.
Den weitaus größten Teil dieser 48 Seiten knallt es und
Patronenhülsen fliegen durch die Luft, Leute oder Stücke
davon bluten, dazwischen jede Menge frecher Sprüche. Was dieses Heft dennoch lesenswert macht, ist zum Einen die Mischung aus Coleur-directe-Malerei und Photorealismus, zum Anderen die ironischen und gleichzeitig moralischen Geschichten. So geht es in der Titelstory (mit sehr schönem Londoner Lokalkolorit) um die Rache von Frauen, die nicht länger Eigentum irgendwelcher Geldsäcke sein wollen, eine Andere handelt von einem Verlag, der den "letzten der lyrischen Gangster" vermarkten will und dabei auch vor dem einen oder anderen Mord nicht zurückschreckt. Natürlich sind das alles comicgerecht überspitzte Phantasien, die nichts mit dem Gebaren einiger Mächtiger um uns herum zu tun haben, oder???? |
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| Gelesen von Auge | ![]() |
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| Astroboy 1 von Osamu Tezuka: |
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| Carlsen Verlag (DM 9,95) | ||||||
| Der Held mit dem Gemüt eines lieben
Jungen ist jetzt endlich auch bei uns erhältlich: Astro Boy.
1952 begann er seine Abenteuer, fast zwanzig Jahre lang erschienen
immer wieder neue Geschichten. In nicht allzuferner Zukunft baut ein
durch den Verlust seines einzigen Sohnes schwer getroffener Wissenschaftler
sich einen Roboter als Ersatz. Also muß er auch so aussehen
wie ein Junge und so arglos und so friedliebend sein. Verzweifelt
muß der Wissenschaftler dann aber erkennen, daß es nicht
möglich ist, Leben zu erschaffen, ein Kind zu bauen, das auch
wirklich wächst und lernt. Enttäuscht verkauft er seinen
Roboter und dieser kommt nach einigen Umwegen zu einem weisen Lehrer.
Niedliche Kindermotive, der Disneyindustrie würdig, wechseln mit drastischen Psychokatastrophen und Horrorszenarien. Es wimmelt von kybernetischen und genetischen Experimenten, Atomraketen und Mondlandefähren fliegen herum, gebrochene Herzen, zerstörtes Glück kommen immer wieder vor und verstörende Cyborgwesen suchen nach ihrem Ursprung. Osamo Tezuka ließ beim Schreiben und Zeichnen (sein Lebensdurchschnitt: 10 Seiten pro Tag) dieser Stories seiner Sorge um die Zukunft dieser Welt freien Lauf, aber auch seiner Hoffnung, daß es etwas Gutes auf der Welt und im Menschen gibt, daß es sich lohnt, für das Gute zu kämpfen. Was hier in diesem Text nach Schwere und Horror klingt, ist aber in den Astro-Boy-Geschichten niedlich, kindgerecht und flott erzählt, und für einen Zehner sogar bezahlbar. |
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| Auge | ![]() |
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| Dr. Slump 1 von Akira Toriyama: |
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| (Carlsen, DM 9,95) | ||||||
| Dr. Slump ist Wissenschaftler und Erfinder.
Eines Tages baut er sich das Robotermädchen Arale, stark
wie ein Atomkraftwerk, schnell wie ein Blitz und so frech und
unbedarft wie ein kleines Kind. Sie kann Bären hochheben,
trinkt Öl zum Frühstück und hat keinen Bauchnabel.
Wie so ein Bauchnabel bei Mädchen aussieht, davon hat der
alleinstehende Wissenschaftler allerdings keine Ahnung, kann dafür
aber prima Röntgenbrillen, Verkleinerungspistolen und Zeitmaschinen
bauen.
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| gelesen von Herrn Auge
Lorenz |
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| Fantagraphics Books | ||||||
In
der letzten Zeit ist der französische Comiczeichner Lewis Trondheim
zu einem der meistgelesenen Autoren "aufgestiegen". In unordentlicher
Folge erscheinen nun seine bisherigen Alben in verschiedenen Übersetzungen.
So ist auch "Harum Scarum", englisch bei Fantagraphics,
deutsch bei Carlsen erschienen. Trondheim zeichnet Haustiere: Häschen, Katzen, Hunde, Vögel und Stubenfliegen, die ein sehr bürgerliches, menschliches Leben führen. Sie erleben kleinere und größere Abenteuer und möchten auch einmal -ein bißchen- ausbrechen aus ihrem domestizierten Dasein. Doch stets stoßen sie dabei auf ihre Gegenbilder, auf sprachlose Ungeheuer, die sie zurückscheuchen in ein behütetes Dasein. Es ist die Dialektik zwischen Häschen und Monster, die bei Trondheim das Menschliche ausmacht. |
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| "HarumScarum" ist eine Jekyll-und-Hyde
Geschichte. Ein verrückter Wissenschaftler hat ein Pulver zusammengemixt,
das aus harmlosen Kreaturen, sobald sie Aggressionen empfinden, Monster
macht. (Na klar - dazu bedarf es eigentlich keines Pulvers). Aber
das Dämonische will nicht so richtig gelingen. Trondheims Monster
wirken eher harmlos. Es geht doch nur um eine Jekyll undJekyll - Geschichte.
Zum Glück. denn Trondheim schreibt sehr witzige Dialoge und weiß
sie auch im Bildchen zu inszenieren. Im Film gewinnt ein komiker seinen Witz oft dadurch, daß er seine Wahrnehmung gegen die ganze restliche Welt behauptet, ob er nun alte Schuhe ißt, als wären sie ein köstliches Schnitzel oder naiv an das Gute glaubt, auch wenn um ihn herum die fürchterlichsten Dinge passieren. |
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Ähnlich
ist es mit den "funny animals". Sie sind auch von "innen"
bestimmt. Ihr Aussehen spottet jeder Anatomie. Wenn sie sich erschrecken,
fallen ihnen buchstäblich die Augen aus dem Kopf, sind sie wütend,
können sie schon aussehen wie Monster.So gesehen spitzt Trondheim die Charakteristik der "funny"-Figur nur zu, wenn er die Jekyll-und-Hyde story als Comic bringt. Seine Figuren behalten ihre Sicht auf die Welt bei, egal, in welcher sie sich gerade befinden. So kann er seine Personage durch verschiedene Genres schicken, die Geschichten bleiben sich immer gleich. Ob eine harmlose Ente durch ein wildes Fantasy-Abenteuer gejagt wird (wie in "Donjon", dt. bei Carlsen), oder ein Häschen in Stevensons 19.Jahrhundert versetzt wird, immer ist es auch ein geistreiches Gespräch über den Menschen an sich und in seiner Wohnung. |
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| gelesen von Thomas (Mittwochs) | ||||||
| Tales Of Error von Thomas Ott |
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| Edition moderne | ||||||
| Gibt es einen Gott? Meinetwegen.
Aber er wird maßlos überschätzt. Lassen wir einen
Buchstaben weg und nennen ihn einfach
ott.
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| Unser Dasein ist sinnlos und zum Lachen.
Aber Gott hat uns wunderbar gezeichnet. Auf schwarzem Schabkarton
hat er gearbeitet und wir treten hell aus der Dunkelheit hervor.
ott
bringt in "Tales Of Error" sechs exemplarische Geschichten
über vermeidbare Schicksale. Gemeinsam ist alllen Protagonisten,
daß sie eine Extremerfahrung machen und die meisten ihre Story
nicht überleben. Am härtesten trifft es die zehn Ehemänner
der letzten Episode, die Bild für Bild von ihren Ehefrauen ermordet
werden. ott läßt nur zwei Alternativen gelten: entweder man verliert seinen Verstand oder sein Leben. Das ist harter Stoff. Nichts für Intellektuelle. Ohne viel Gerede. ott braucht nicht viele Worte. Eigentlich gar keine. Die Bilder kommen ohne Sprechblasen aus, ohne lautmalerische KNALLs BUMMs und PENGs. In breitformatigen Bildern. läuft die Action ab, die Pointe erscheint oft alleindurch einen überraschenden Wechsel der Perspektive. Kurz vor dem Tod soll man angeblich sein ganzes Leben noch einmal vorüberziehen sehen. Man kann nur hoffen, daß es dann von Thomas Ott gezeichnet ist und man sein Dasein mit einer guten Pointe präsentiert bekommt. |
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gelesen von Thomas (Mittwochs) |
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ACME Novelty Library #12
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| fantagraphics books $ 4,50 | ||||||
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| Viele sind unzufrieden mit den Dingen wie
sie sind und statt etwas zu ändern, erinnert man sich an die
gute alte Zeit zurück, als alles noch einfacher war, die Handwerker
noch etwas zählten und Sorgfalt eine Tugend war. Das 12. Heft
von Chris Wares "ACME Novelty Library" ist voller kleingedruckter
Extras, voller Sammelbilder großer amerikanischer Landschaften
und es enthält einen Bastelbogen. Erst ein genauerer Blick auf
diese in "alten" Farben gehaltene Geschichte offenbart einen
beängstigenden Eindruck von gewohnheitsmäßiger Ausweglosigkeit.
Die Landschaften sind Ansichten von Einkaufszentren und Tankstellen,
"The Smartest Kid On Earth" ist ein Muttersöhnchen
ohne Mumm, der Vater ist ein Schwätzer, das gute Restaurant ein
Schnellimbiß. Und wenn wenn wir nicht die Ärmel aufkrempeln
und statt dessen weiter Heftchen sammeln, die so schön sind wie
früher, wird alles so bleiben, wie es ist. |
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| Gelesen von Herrn Auge Lorenz | ![]() |
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"Jack´s Luck Runs Out" vonJason Little
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| Beekeeper Cartoon Amusements Distributed By Top Shelf Publications $ 3,50 |
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| Es riecht nach einem Kartenspiel, von professioneller Hand gemischt und ausgeteilt. Wie immer geht es um Alles oder Nichts, solange Du noch ein bißchen Geld hast, hoffst Du auf das nächste Spiel. Die handelnden Figuren in «Jacks´s Luck Runs Out» sind richtige Las-Vegas-Leute: ein betrunkener Spieler, eine Nachtclubtänzerin und ein Barbesitzer. Wir blicken auf die Spielkartengesichter mit ihren Kreuz König Physiognomien und ihren gemusterten Gewändern und wissen, daß bei allen Spielen immer zuerst die Bank gewinnt. Das Heft ist mit seinen strengen Spielkartenfarben und der Hasardspielhandlung eine gelungene Verbindung von Story und entsprechender Stilisierung. Als Zugabe gibt es noch eine farbige 3D-Geschichte, ohne Brille zu lesen, das hat bei mir aber noch nicht geklappt. | ||||||
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| Gelesen von Herrn Auge Lorenz | ![]() |
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| "Nozone #8" herausgegeben von Knickerbocker
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| P.O. Box Knickerbocker Station New York, NY, 10002, USA $ 10 | ||||||
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| «Nozone #8»: Eine Karte für die Stechuhr, ein trister Büroflur als Cover, die Mittelseite das Poster eines am Schreibtisch arbeitenden Schlipsträgers. Sollte es sich um ein Hohelied auf sinnvolle bezahlte Tätigkeit handeln? Die Seitennumerierung in den Uhrzeiten eines Arbeitstages, soll sie uns Lust auf einen ausgefüllten Tag machen? Die überall verteilten Sprechblasen voller Sprüche begeisterter Arbeitnehmer, regen die uns an, sich sofort in die Schlange der Arbeitswillligen einzureihen? Die zornigen und politischen Inhalte der Kommentare und auch der wilden Untergrundcomics machen uns gegenüber den Symbolen des Arbeitslebens eher skeptisch, sie lassen uns fragen, was wir alles mit uns machen lassen, wie sehr wir uns einspannen und verbrauchen lassen, für Zwecke, die nicht so recht unsere eigenen sind. Wir werden mit Ausbeutung konfrontiert und mit der Tatsache, daß viel zu viel von uns als normal angesehen wird, was in einer menschlichen Gesellschaft eigentlich undenkbar sein müßte. | ||||||
| Gelesen von Herrn Auge Lorenz | nach oben | |||||
| ComicsLit- Nantier Beall Minoustchine Publishing inc. New York 1999 | ||||||
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Ein Mädchen fährt ,wohl ein letztes
Mal, mit ihren Eltern in die Ferien. Sie ist ein bißchen
brav und ein bißchen unzufrieden, so wie viele Teenager
auf der ganzen Welt. Da begegnet ihr ein nur wenig älteres
Mädchen. Diese lebt sehr wild und gefährlich und ist
in gewisser Weise der Spiegel der Phantasien des Teenagers. In
feinen Strichzeichnungen hat der Autor die Atmosphäre dieses
Urlaubs eingefangen, den Überdruß, immer noch wie ein
Kind mit den Eltern wegzufahren, diese Unkenntnis der Erwachsenenwelt
und jene Stimmung zwischen Träumen und Wachen, in der Wunder, |
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„ Ah, well. The key to unlocking the door is unlocking the key first. Locking it again is the easy part.“ Granted, this is a tale about two pubescent girls spending their summer holidays with their parents on a campsite. There´s Caitlin, smoking joints and abusing her friend´s good will to hide drugs under her bed and forcing herself into better positions to flirt with cute boys. At first you’d think of her as a direct person, nevertheless she is a flimsy bitch. But Beth is the main character. Beth meets the psychotic adolescent tramp and it is her adventure (or its beginning) that is told. I talk about Caitlin because we very slowly come to understand that her behavior is her way of dealing with growing up, and a way to hide the conclusions she has made based on what she has been shown life is: fucked up, boring, we have to make it up as we go along. As the veil is carefully and seriously lifted, a crystalized view of the world is drawn by N.K. Soon you may find yourself facing the title and asking: who is the lost one? It is our inclination to stay with someone who understands our many ways of expressing visions and opinions. Well, it hurts. You feel damn empty when that person leaves you behind while you had the illusion of complete mutual understanding. You feel older. You may begin to think that someone has to bestrong to get lost. Good book. Plain set and straight told. Sascha |
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